Slacken (Slacklinen, Slacklining) ist eine Trendsportart ähnlich dem Seiltanzen, bei der man auf einem Schlauchband oder Gurtband balanciert, das zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt ist. „Slack“ heißt wörtlich übersetzt: „schlaff, entspannt“
Arten
Derzeit werden acht Arten von Slacklines unterschieden:
Lowlines/Tricklines
Die gebräuchlichste Art des Slackens ist das Trick- oder Lowlining, da man sich dabei kaum Gedanken über Aufbau und Absicherung der Line machen muss. Hierbei versucht man, auf einer relativ niederen, schwach gespannten Line (ungefähr Knie- bis Hüfthöhe über dem Boden, deshalb Lowline) Tricks zu machen. Dabei wählt man als Untergrund am besten weichen Boden wie Gras und Sand oder legt Matten unter, um Verletzungen zu verhindern, wenn man das Gleichgewicht verliert.
Long Lines
Hierbei wird versucht, eine möglichst lange Line von Fixpunkt zu Fixpunkt zu bewältigen. Die Schwierigkeiten liegen hier in mehreren Bereichen:
Rodeo- bzw. Freestyle-Lines
Solche Lines sind nicht fest gespannt, sondern werden mehr oder weniger „schlapp“ aufgehängt. Aufgrund des Durchhangs ist das Begehen solcher Lines wesentlich schwieriger, außerdem können schwerere Stürze passieren. Die Tricks auf diesen Lines beschränken sich im Normalfall auf Gehen, Umdrehen, Quer stehen und Surfen, wobei letzteres eher einem langsamen, kontrollieren Schwingen entspricht.
Highlines
Highlines sind in einigen Metern bis zu mehreren hundert Metern Höhe angebracht, so dass ein einfaches und gefahrloses Abspringen nicht mehr möglich ist. Hierbei spielt nicht nur die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, eine Rolle, sondern vor allem bei den sehr hohen Lines kommt die psychische Komponente dazu, über einen Abgrund zu laufen.
Beim Bau von Highlines ist Kenntnis der wirkenden Kräfte und die Dimensionierung der Befestigungen essentiell. Bei Materialversagen besteht nicht nur Verletzungs- sondern auch Absturzgefahr. Deshalb werden die Befestigungen für Highlines besonders sicher ausgelegt und die Person auf der Line wird durch einen Klettergurt und eine daran befindliche Sicherungsschlinge an einem Kletterseil gesichert, das wiederum unabhängig von der Befestigung der eigentlichen Line befestigt und unter die Line geklebt wird.
Waterlines (Lines über Wasser)
Eine weitere Spielform ist das Begehen einer über Wasser gespannten Line. Durch den fehlenden festen Untergrund als Möglichkeit zum Absteigen wie auch als optischer Fixpunkt, ist das Begehen einer solchen Line anfangs meist wesentlich schwieriger als über festem Grund. Doch nach einer Übungsphase kann man Wasserlines gut nutzen, um spezielle Sprung-Tricks, wie z. B. den Salto, ohne Verletzungsgefahr bei der Landung zu üben, wobei aber auch Stürze ins Wasser nicht immer schmerzfrei sind.
Jumplines
Seit 2007 verbreitet sich ein weiterer Trend, das „Jumpen“ auf der Slackline. Es sind spezielle Jumplines auf dem Markt erhältlich. Bei dieser Anwendung wird die Line möglichst straff gespannt, dabei werden Distanzen von 15 m selten überschritten.

Die Slacklinervollführen dabei 180° und 360° Drehungen, Rückwärtssalto und Vorwärtssalti mit Landung auf der Slackline, Salti von der Line auf den Boden über die Schulter. Ebenso werden mehrere Lines nebeneinander gespannt und es wird von Line zu Line gesprungen. Die Line wird dabei nicht höher als auf Hüfthöhe gespannt.
Night- und Darklines
Die Slackline wird in dunkeln Räumen oder eben in der Nacht an einem möglichst dunkeln Ort aufgespannt. Die besondere Herausforderung dabei ist, dass man sich ausschließlich auf das Gleichgewichtsorgan, das Gehör und das Erfühlen der Bewegung durch den ganzen Körper verlassen muss.
Man kann die Nightline auch als Highline (natürlich gesichert) oder Waterline spannen. Das Risiko einer Verletzung durch Absturz auf den Boden ist dadurch minimiert.
Slackline und Skateboarden
Die neueste Slackline-Bewegung hat sich aus der Skateboarder-Szene formiert. Skateboarder nutzten die Slacklines als Ersatz für demontierte Straßengeländer und Bänke. Die Skater „grinden“ über die gespannten Slacklines und wechseln dann wieder auf andere Trickelemente über.
Material und Aufbau
Zum Slacken benötigt man nicht unbedingt viel Material. Das wichtigste Utensil ist natürlich die Slackline selbst. Meistens wird ein Schlauchband mit 25 mm Breite verwendet. Manchmal werden auch 30mm, 35mm oder 50mm breite Bänder angeboten. Die breiteren Bänder haben eine höhere Bruchlast und wesentlich weniger Dehnung. Dadurch wird das Balancieren entscheidend erleichtert, da das Band so hart gespannt werden kann, dass es fast nicht mehr durchhängt. Außerdem kann auf breiten Bändern leichter aus dem Sprunggelenk stabilisiert werden. Auch das erleichtert das Gehen am Anfang.
Man muss vor allem auf die Dehnung des Bandes achten. Bei Lines bis 30 m Länge werden die elastischeren Bänder bevorzugt. Die Bewegungen werden dadurch weicher, und das Gefühl der „slackness“ stellt sich besser ein. Ab 30 m wird häufig ein Flachband mit weniger Dehnung verwendet, da die Line sonst nur mit immensem Kraft- und Materialaufwand zu spannen ist.